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Bei Fachkräften punkten - Unternehmen holen sich Tipps bei Kongress

Strategien für Unternehmen, um dem Fachkräftemangel vorzubeugen und mögliche Lösungsansätze für den Fall der Fälle wurden beim Kongress der Wirtschaftsförderung für den Landkreis Alzey-Worms analysiert und diskutiert.

Dr. Josephine Hofmann vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sprach zum Thema "Arbeitswelt von morgen - Herausforderungen für Arbeitgeber & Beschäftigte".
Dr. Josephine Hofmann vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO sprach zum Thema "Arbeitswelt von morgen - Herausforderungen für Arbeitgeber & Beschäftigte".

Foto: WfG Alzey-Worms/Alexander Sell  

"Fachkräfte sichern – Wie gewinnen? Wie halten?" lautete der Sammelbegriff für eine Vielzahl von praxisorientierten Vorträgen und Diskussionsrunden. Rund 60 Vertreter aus Unternehmen und Institutionen im Landkreis und Rheinhessen beschäftigten sich einen Vormittag in Alzey mit Themen wie beispielsweise einer familienbewussten Personalpolitik und der besseren Positionierung kleiner und mittelständischer Unternehmen bei der Fachkräftesuche gegenüber großen Konzernen.

Frühzeitiges Handeln erforderlich
Während derzeit bereits einzelne Regionen und oder spezielle Qualifikationen vom Fachkräftemangel betroffen seien, würde ab dem Jahr 2020 deutschlandweit ein deutlicher Engpass an qualifizierten Arbeitskräften vorhergesagt, verweist Landrat Ernst Walter Görisch bei der Kongresseröffnung auf die Notwendigkeit frühzeitig gegenzusteuern. Auch rheinhessische Unternehmen gingen laut einer Unternehmensbefragung der IHK von einer Verschärfung der Situation aus. Dr. Josephine Hofmann vom Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation stellte unterschiedliche Trends in Bezug auf die Veränderungen in der Arbeitswelt und die damit einhergehenden Herausforderungen für Unternehmen vor.

Familienbewusste Personalpolitik rechnet sich für Unternehmen
Neben der Kinderbetreuung kommt in punkto Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine wichtige Aufgabe hinzu: die Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen. Bereits jetzt sei die Zahl der zu Pflegenden höher als die der Kinder unter drei Jahren. “Und diese Zahl wird in den nächsten fünfzehn Jahren drastisch ansteigen”, so Stefan Becker, Geschäftsführer der berufundfamilie gGmbH zu der Notwendigkeit, sich auch als Arbeitgeber mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Die nicht vorhandene Planbarkeit erfordere eine enorme zeitliche und örtliche Flexibilität der Arbeitnehmer und auch der Arbeitgeber. Familienbewusste Personalpolitik rechnet sich für Unternehmen, um die Fachkräfte zu halten und neue zu gewinnen. “Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wird bei der Entscheidung für einen Arbeitgeber fast genau so bedeutsam angesehen, wie das Gehalt”, zeigt Prof. Irene Gerlach vom Forschungszentrum Familienbewusste Personalpolitik anhand von Studien auf. 

Bewerber möchten informiert und beworben werden
Wie es kleinen und mittelständischen Unternehmen gelingt sich erfolgreich bei Fachkräften zu vermarkten, wurde anschaulich in einigen Praxisbeispielen dargestellt. Einfache Mittel, wie die Erweiterung der eigenen Firmenwebsite um eine spezielle Karriereseite seien zielführend. Wichtig sei, dass der Unternehmer seine Stärken ganz klar herausstelle und sich darüber bewusst sei, welche Zielgruppe er suche, rät Johanna Füllgraf von der Agentur advalueMedia. „Bewerber wollen informiert und umworben werden.“ Umfragen zeigten, dass viele Arbeitskräfte sich bewusst für kleine und mittlere Unternehmen entscheiden und die Vorteile dabei durchaus schätzten. Wie zum Beispiel der persönliche Kontakt zu den Mitarbeitern und die meist flachen Hierarchien. Gerade die junge Generation, die sogenannte Generation Y, habe mittlerweile andere Erwartungen als das noch in den Köpfen vieler Personalverantwortlichen verankert ist. Flexible Arbeitszeiten und anspruchsvolle, interessante Aufgaben stehen hierbei im Vordergrund. Ebenso die Best Agers, eine Zielgruppe, die über ein enormes Know-how verfügt. Treten Karriere und Gehalt mittlerweile stärker in den Hintergrund, sind es nun Werte wie klare Zuständigkeiten und die Umsetzung eigener Ideen, die gefordert werden.

Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse als Beitrag zur Fachkräftesicherung
Wie jeder Lösungsansatz, muss auch die Möglichkeit der Anwerbung ausländischer Fachkräfte aus mehreren Perspektiven betrachtet werden. Der Arbeitgeberservice der örtlichen Agenturen für Arbeit in Zusammenarbeit mit der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung der Arbeitsagentur biete eigens eingerichtete Förderprogramme und umfängliche Unterstützung an, um junge Auszubildende und Fachkräfte im Ausland zu rekrutieren, stellt Monika Varnhagen, Direktorin der Zentralen Auslands- und Fachvermittlung (ZAV), im Rahmen ihres Impulsvortrages heraus und verdeutlicht die Herausforderungen und Lösungsansätze, die mit einer Fachkräfterekrutierung aus dem Ausland verbunden sind. Die anwesenden Vertreter der Kammern, Dr. Stefan Zimmer, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Rheinhessen und IHK-Geschäftsführer Günter Jertz sehen einen zentraleren Ansatz bei der Unterstützung bereits in der Bundesrepublik lebender Fachkräfte, die ihre Qualifikation im Ausland erworben haben und in Deutschland bisher nicht adäquat einsetzen können. Ein Schritt in diese Richtung ist das im Oktober dieses Jahres in Kraft getretene Gesetz zur Feststellung und Anerkennung im Ausland erworbener Berufsqualifikationen des Landes Rheinland-Pfalz, das das gleichnamige Gesetz des Bundes ergänzt.

Viele Hebel für Unternehmen zur Deckung des Fachkräftebedarfs seien vorgestellt worden. “Wir hoffen, dass die Betriebe hieraus Anregungen generieren können, um individuelle und zu ihnen passende Ansätze zu entwickeln”, resümierte Kerstin Bauer, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung für den Landkreis und für den Kongress verantwortlich. Als wichtige gemeinsame Investition in die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Alzey-Worms werde man auch weiterhin die Unternehmen in punkto Fachkräftesicherung unterstützen.

WirtschaftKongress Fachkräfte sichern - 31.10.2013

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