Schuheinzelhändler investiert 22 Mio. Euro und schafft 70 Arbeitsplätze
Europas größter Schuheinzelhändler, das Essener Familienunternehmen DEICHMANN, baut sein Logistiksystem weiter aus und hat sich für Monsheim als Standort für ein weiteres Distributionszentrum entschieden. In den Standort des neunten Distributionszentrums der Unternehmensgruppe werden rund 22 Millionen Euro investiert, damit einher geht die Schaffung von rund 70 neuen Arbeitsplätzen für die Region im Bereich Organisation, Verwaltung, Lager und Fuhrpark. Von hier aus sollen ab Ende 2013 mehr als 200 DEICHMANN-Filialen in Sudwestdeutschland beliefert werden. Darüber informierten Vertreter des Unternehmens, der örtlichen Ebene und des Landkreises auf einer gemeinsamen Pressekonferenz.
„Unsere Zeichen stehen auf Expansion“, begründete DEICHMANN Geschäftsführer Karsten Schütt den Bau des fünften Zentrallagers in Deutschland. Der neue Standort, das Monsheimer Gewerbegebiet, hat in verschiedenen Faktoren überzeugt. „Der Standort liegt für uns zum einen geographisch günstig, weil wir von hier aus hervorragend die Filialen im Frankfurter Raum, im Saarland und in Baden-Württemberg beliefern können“, so Schütt. „Zum anderen haben wir uns hier von Anfang an bei Verbandsgemeinde und Wirtschaftsförderungs-GmbH für den Landkreis willkommen gefühlt, auch das Grundstück hat gepasst. Über die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung des Landkreises, Kerstin Bauer, seien im Frühjahr die ersten Kontakte hergestellt worden. Die Verträge für den Verkauf einer Fläche von rund 49.000 m² im östlichen Teil des Monsheimer Gewerbegebietes „Am Bockenheimer Weg“ sind zwischenzeitlich unterschrieben, wie Bürgermeister Ralph Bothe bestätigt, der gemeinsam mit Klaus Krämer, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungs-GmbH Südlicher Wonnegau, die Grundstücksverhandlungen mit DEICHMANN führte. Bis Ende des Jahres soll die Baugenehmigung erteilt werden. DEICHMANN Geschäftsführer Kasten Schütt ist zuversichtlich, das neue Distributionszentrum im Herbst 2013 einweihen zu können. Bei den 70 neuen Arbeitsplätzen, davon 20 im Fuhrpark, setzt das Unternehmen fast ausschließlich auf fest angestellte Mitarbeiter aus der Region.
Bürgermeister Ralph Bothe bezeichnet die Ansiedlung als einen „Glücksfall für die VG-eigene Wirtschaftsförderungs-GmbH, Monsheim und die gesamte Region“. Das Risiko, eine so große Gewerbefläche über viele Jahre vorzuhalten habe sich gelohnt. Es zeige sich aber auch wie schwierig es sei, und welch glückliche Umstände zusammen kommen müssten, um eine solche Ansiedlung tatsächlich zu realisieren. Landrat Ernst Walter Görisch sieht in der Entscheidung für den Standort Monsheim einen besonderen Tag für die Verbandsgemeinde und lobte die gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Akteuren, der Wirtschaftsförderungs-GmbH für den Landkreis und dem Kreisbauamt in den Gesprächen mit dem Investor. „Das partnerschaftliche Zusammenwirken der beiden Ebenen war für den Erfolg sehr wichtig“, so der Landrat. Der Landkreis Alzey-Worms habe sich zu einem etablierten Logistikstandort entwickelt, insgesamt rund 1300 Arbeitsplätze seien bereits in der Logistikbranche entstanden. Als Hauptdurchbruch für das Gewerbegebiet Monsheim bezeichnete der erste Ortsbeigeordnete, Dr. Gerhard Schilling, die Standortentscheidung. Die Ansiedlung eines so patenten Unternehmens könne auch Signalwirkung haben.
Bei der Vorstellung des Bauprojektes erläuterte der Braunschweiger Architekt Rainer Ottinger, dass bei dem Gebäude nicht nur an die Funktionalität, sondern auch an die optische Gestaltung gedacht würde. So würde der Bau beispielsweise durch große Industrieglasflächen unterbrochen. Auch ökologische Grundsätze würden bei der Architektur berücksichtigt. Das Lager mit rund 18.000 Quadratmetern Grundfläche wird Platz für 1,3 Millionen Paar Schuhe haben. Pro Jahr sollen etwa 20 Millionen Paar Schuhe umgeschlagen werden. Durch die optimale Verkehrsanbindung des Standortes, die ebenfalls ein Entscheidungskriterium war, müssen die Fahrzeuge auf dem Weg zur Autobahn keine Ortslage tangieren. Das zu erwartende LKW-Aufkommen würde sich, so Geschäftsführer Karsten Schütt, weitgehend antizyklisch über den Tag verteilen und überwiegend außerhalb der Hauptverkehrszeiten erfolgen. Mit insgesamt rund 50 LKWs am Tag seien die Fahrzeugbewegungen überschaubar.
Foto: Andreas Stumpf